Wie im letzten Blogbeitrag versprochen hier ein Blick auf eine Möglichkeit der Anleitungsdokumentation per Checkliste.
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Lesezeit: 3 Minuten
Anleitungsdokumentation per Checklisten
Natürlich gibt es hier je nach Einrichtung verschiedene Möglichkeiten und Schwerpunkte. Generell lässt sich aber sagen, dass eine vorbereitete, durchdachte Anleitung, die dokumentiert ist, es wesentlich leichter macht an das Vorwissen der Schüler und die theoretische Ausbildung anzuknüpfen und natürlich auch die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, den Anleitungsprozess auch um einiges effektiver macht, Selbstreflexion anregt und es auch ermöglicht den Schüler an die eigenständige Durchführung heranzuführen, sowie den Kompetenzerwerb zu unterstützen.
Anleitung die stattfindet ohne Dokumentation des Anleitungsprozesses, mag in der Durchführung ebenso gut sein, aber ohne Kontext zum „Davor“ und „Danach“ ist sie nur Stückwerk.
Im Folgenden eine Möglichkeit einer Checkliste, die in ähnlicher Form auch in unserem Downloadbereich zu finden ist.
Beispiel: geplante Anleitung in der Pflege
Eine geplante Anleitung hat einen festen Ablauf von der Vorbereitung bis zur Dokumentation. Das folgende Beispiel ist fiktiv. Es zeigt, wie sich die Checklisten unten in der Praxis ausfüllen lassen, und Du passt es an Deinen Arbeitsbereich an.
Ausgangslage: Lena, Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr, soll lernen, eine Bewohnerin vom Bett in den Rollstuhl zu mobilisieren. Die Anleitung ist für Donnerstag im Frühdienst geplant und dauert etwa 30 Minuten.
| Schritt | Beispiel |
|---|---|
| Anlass und Lernziel | Lena soll die Mobilisation vom Bett in den Rollstuhl unter Aufsicht sicher durchführen und dabei die Bewohnerin einbeziehen. |
| Vorwissen | Du fragst, was Lena aus dem Unterricht zur Mobilisation und zu Hilfsmitteln mitbringt, und knüpfst daran an. |
| Setting | Reale Pflegesituation mit der Bewohnerin, die zugestimmt hat. Die Anleitung steht nicht unter Zeitdruck, weil Du die Zeit dafür im Dienstplan eingeplant hast. |
| Vorbereitung | Rollstuhl, Bremsen und Hilfsmittel prüfen. Ihr bespricht den Ablauf und worauf Lena achten soll, bevor Ihr ins Zimmer geht. |
| Durchführung | Du machst den ersten Schritt vor und erklärst, was Du tust. Dann führt Lena die Schritte aus, Du greifst nur ein, wenn es nötig ist. |
| Reflexion | Gleich danach fragst Du Lena, was gut gelaufen ist und was sie beim nächsten Mal anders macht. Danach gibst Du Dein Feedback und besprichst offene Punkte. |
| Dokumentation | Du hältst Datum, Lernziel, Verlauf, Rückmeldung und den nächsten Schritt fest, zum Beispiel: Lena mobilisiert die Bewohnerin beim nächsten Termin selbstständig mit Dir als Beobachter. |
Checkliste: Kompetenzorientierte Praxisanleitung

Checkliste: Strukturelemente



Der Eine oder Andere Begriff aus der Checkliste erfordert eine Erklärung um damit arbeiten zu können und in etwas veränderter Form kann sie evtl. in einigen Arbeitsbereichen noch etwas praktikabler sein, aber sie gibt eine Idee davon, welche Aspekte beachtet werden sollten.
Gerade die Anleitungssettings (siehe letzter Blogbeitrag) helfen dabei etwas kreativer zu denken in Hinblick auf die neue Pflegeausbildung und die Methoden der Anleitung.
Vielleicht kommen Dir beim Betrachten ja auch noch weitere Ideen, oder Du nimmst sie als eine Art „Vorlage“ und passt sie für Deine Einrichtung an.
Viel Freude und bleib gesund
Deine Lisa Ruchnewitz
Checkliste: Anleitungssetting

(Quellen der Graphiken: Christa Olbrich, modifiziert nach L. Ruchnewitz)
Jährliche Fortbildung für Praxisanleitende
Praxisanleitende in der Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz weisen laut § 4 Abs. 3 PflAPrV eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden nach. Dazu kommt eine kontinuierliche, insbesondere berufspädagogische Fortbildung im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich. Diese Fortbildung darf nach der Verordnung vollständig digital stattfinden. Alle Angebote dazu bündelt die Übersicht zur Weiterbildung Praxisanleitung.
Quellen
- Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Pflegeberufen (PflAPrV), § 4 Abs. 3 und 4, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026.
Du leitest Auszubildende an? Die Weiterbildung Praxisanleitung macht aus dieser Aufgabe eine anerkannte Qualifikation. Für die jährliche Fortbildung gibt es den Kurs Praxisanleitung Refresh.



